OKR Grundlagen

Was sind OKRs?

OKR steht für Objectives and Key Results – eine agile Zielsetzungsmethode, die von Google, Intel und vielen anderen erfolgreichen Unternehmen eingesetzt wird. OKRs helfen Teams und Organisationen, ihre wichtigsten Ziele zu definieren und messbar zu verfolgen.

Ein OKR-Set besteht aus zwei Komponenten:

  • Objectives: Qualitative, inspirierende Ziele, die beschreiben, was erreicht werden soll
  • Key Results: Quantitative, messbare Ergebnisse, die definieren, wie der Erfolg gemessen wird

Die 70%-Regel: Warum ambitionierte Ziele wichtig sind

OKRs sind bewusst ambitioniert formuliert. Eine Zielerreichung von 70-80% gilt bereits als großer Erfolg. Das unterscheidet OKRs fundamental von traditionellen Zielsystemen, bei denen 100% erwartet wird.

OKR-Bewertung
0,7 - 1,0 (Grün)

Ziel erreicht – "Wir haben geliefert!"

0,4 - 0,69 (Gelb)

Fortschritte gemacht – "Wir konnten es nicht ganz schaffen"

< 0,4 (Rot)

Nicht erreicht – Lerngelegenheit für die nächste Runde

Warum ambitionierte Ziele?
Ambitionierte Ziele fördern mutiges Denken und Innovation. Sie bewegen Teams aus der Komfortzone heraus und ermöglichen Weiterentwicklung. Fehlschläge werden nicht bestraft, sondern als wertvolle Lernchance genutzt.
Wichtig: Keine Verknüpfung mit Bonuszahlungen!
Die Kopplung von OKRs an Bonussysteme führt zu weniger ambitionierten Zielen. Trennen Sie OKRs klar vom Performance Management und betonen Sie den Lern- und Entwicklungsaspekt.

Wie formuliert man gute OKRs?

Objectives formulieren

Ein gutes Objective sollte sein:

  • Qualitativ: Beschreibt eine Vision oder Richtung
  • Inspirierend: Motiviert das Team
  • Prägnant: In einem Satz formulierbar
  • Zeitgebunden: Für einen bestimmten Zeitraum (z.B. Quartal)

Key Results formulieren

Ein gutes Key Result sollte sein:

  • Messbar: Enthält immer eine Zahl oder Metrik
  • Ergebnisorientiert: Beschreibt Resultate, nicht Aktivitäten
  • Spezifisch: Von IST-Wert zu SOLL-Wert
  • Begrenzt: 3-5 Key Results pro Objective
Die OKR-Formel

Wir werden [Objective], gemessen an [Key Results]

Best Practices

Empfohlen
  • 2-4 Objectives pro Team und Zyklus
  • 3-5 Key Results pro Objective
  • Regelmäßige Check-ins (wöchentlich/bi-weekly)
  • Transparenz: OKRs für alle sichtbar
Vermeiden
  • Zu viele OKRs gleichzeitig
  • Aktivitäten statt Ergebnisse messen
  • Zu defensive Ziele (100% immer erreichbar)
  • OKRs mit Bonuszahlungen verknüpfen

OKR-Beispiele aus dem ERP- und IT-Bereich

Hier finden Sie konkrete Formulierungshilfen für OKRs im Kontext von ERP-Systemen, Software-Implementierungen und IT-Projekten:

ERP-System Implementierung

Objective:

Erfolgreiche Vorbereitung der Buchführung für die Migration zum neuen ERP-System

Key Results:

  1. Genauigkeit der Gehaltsabrechnungen auf 99,5% erhöhen (von aktuell 97%)
  2. Inventurabweichungen von 5% auf unter 1% reduzieren
  3. Rechnungsgenauigkeit von 92% auf 98% steigern
  4. Migrationsplan mit allen 4 Hauptmodulen bis Ende Q2 finalisieren
Systemperformance & Verfügbarkeit

Objective:

Exzellente Systemverfügbarkeit für ein nahtloses 24/7-Nutzererlebnis

Key Results:

  1. Verfügbarkeit des ERP-Systems von 98,5% auf 99,95% erhöhen
  2. Durchschnittliche Antwortzeit unter 200ms halten (aktuell 350ms)
  3. Ungeplante Ausfallzeiten von 12h/Monat auf unter 2h/Monat reduzieren
Benutzerakzeptanz & Schulung

Objective:

Hohe Benutzerakzeptanz durch effektive Schulung und Support

Key Results:

  1. Schulungsquote von 60% auf 95% aller Anwender erhöhen
  2. User-Zufriedenheitsscore (NPS) von 45 auf 70 steigern
  3. Support-Tickets von 150/Woche auf unter 50/Woche reduzieren
  4. Aktive Systemnutzung von 70% auf 90% der lizenzierten User erhöhen
Datenqualität & Integration

Objective:

Erstklassige Datenqualität für zuverlässige Geschäftsentscheidungen

Key Results:

  1. Dateninkonsistenzen von 8% auf unter 2% reduzieren
  2. Vollständigkeit kritischer Stammdaten von 85% auf 98% erhöhen
  3. Automatisierungsgrad der Datenintegration von 40% auf 80% steigern
Continuous Deployment & Release-Frequenz

Objective:

Schnelle und sichere Bereitstellung neuer Features durch automatisierte Deployment-Pipeline

Key Results:

  1. Deployment-Frequenz von 1x/Woche auf 3x/Woche erhöhen
  2. Lead Time für Changes von 10 Tagen auf 5 Tage reduzieren
  3. Automatisierte Test-Abdeckung von 60% auf 85% erhöhen
  4. Rollback-Rate von 15% auf unter 5% senken

Bereit loszulegen?

Nutzen Sie diese Grundlagen, um Ihre eigenen ambitionierten OKRs zu formulieren und zu verfolgen.

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